Pflasterstrand

Journal-Frankfurt-Weblog

Frisches Blut

von Detlef Kinsler, 3. 9. 2010


Städel-Studenten, Synthesizerklänge und See And Cake – im Sinkkasten Arts Club gibt’s ab September frischen Wind. Das JOURNAL FRANKFURT im Gespräch mit Nina Kreusel.
JOURNAL FRANKFURT: Für viele überraschend startet der Sinkkasten noch vor seinem 40. Geburtstag 2011 unter neuer Betriebsführung durch. Mit Elise Henning und Nina Kreusel hat Geschäftsführer Rudi Link nun ein neues Team, das sich um Gastronomie, Personal und Programm kümmert. Schon am 3. September geht’s los – mit ganz heißer Nadel gestrickt…

Nina Kreusel: Der September ist deshalb noch etwas bescheiden bestückt. Aber ab Oktober haben wir dann jeden Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag geöffnet. Außerdem finden unter der Woche, Dienstag oder Mittwoch, hin und wieder Live-Veranstaltungen statt. [Weiterlesen →]

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Rückblick Fantasy Filmfest 2010

von Redaktion, 3. 9. 2010

Das 24. Fantasy Filmfest, seit Anfang der Neunziger auch in Frankfurt präsent, bot an acht Tagen wieder ein breites Angebot an Genrefilmen aus den Bereichen Horror, Fantasy, Science Fiction und Thriller. Den Gang in Richtung Independentdramen mag allerdings nicht jeder Gruselfan folgen. Dass Programmleiter Rudi Fürstberger einige Mails bekam, die sich beschwerten, es handele sich dieses Mal um die bislang schlechteste Auswahl, schien ihn doch getroffen zu haben, so oft wies er darauf hin. Das abwechselungsreiche Festival beweis das Gegenteil dieser Behauptung, wobei die Organisatoren auf eine der erfolgreichsten Veranstaltung der letzten Jahre zurück blicken konnten. [Weiterlesen →]

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„Des basst wie de Faust uffs Gretsche“ oder Unterwegs im Ebbelwei-Express

von Redaktion, 2. 9. 2010

Bitte einsteigen! Es geht los. Der Ebbelwei-Express rollt am Hauptbahnhof an. Wenn sie könnte, hätte diese ungewöhnlichste Straßenbahn Frankfurts sicher viele Geschichten zu erzählen. Denn in Frankfurts fahrender, bunter Kuriosität ist alles ein bisschen anders ist als in anderen Straßenbahnen. Dort findet man zum Beispiel gelbe Sterne an der blau angemalten Decke, gemütliches Ambiente und natürlich den Namensgeber: das Stöffche – den Apfelwein. Seit dieser Woche ist der Ebbelwei-Express eine weitere Geschichte reicher. Denn eine Buchpräsentation findet dort sicher nicht alle Tage statt.

Doch Volker Hummel wählte diese fahrende Lokalität, um am Mittwoch sein neues Buch mit dem Titel „Des basst wie de Faust uffs Gretsche“ vorzustellen. Eine, wie der Autor gesteht, „ganz subjektive Sammlung der schönsten Alltags-Formulierungen“ in der hessischen Mundart. Und wenn sich Ihnen die Bedeutung des Titels noch nicht ganz erschließt, ins Hochdeutsche würde man ihn mit der Redewendung: „Das passt wie die Faust aufs Auge“ übersetzen. Aber der Hesse an sich ist eben kreativer und offenbar auch literarischer, daher bringt er auch gleich Goethes Faust und sein Gretchen („Gretsche“) mit ins Spiel. Diese beiden literarischen Persönlichkeiten, sind dann auch auf dem Cover des kleinen handlichen Büchleins karikaturistisch abgebildet. Des basst. Ein Gedanke der sich beim Durchblättern des Bändchens immer wieder einstellen soll. [Weiterlesen →]

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Folklore010 oder: Wer ist eigentlich dieser Rock’n’Roll und warum riecht er so furchtbar vermodert?

von Redaktion, 2. 9. 2010

Als Zeitgenosse derjenigen, die mindestens 40 Jahre zu spät geboren wurden, hielt ich seit jeher die universelle Ausrede „Das war alles vor meiner Zeit“ parat. Heute muss die Musikwelt mit dem längst überschrittenen Ausverkauf einer ursprünglichen Protestkultur leben; sich damit abfinden, dass sich jugendliche Rebellion oft nur noch durch Straßen-Attitüde und Komasaufen definiert. Von deren Klangempfinden für krächzende Handylautsprecher mal ganz zu schweigen …

Am Wochenende wollte ich mich mal wieder eines Besseren belehren lassen. War das Wiesbadener Folklore-Festival doch besonders in seinen Anfängen geprägt von wallenden Hippiekleidern, Räucherstäbchen und langhaarigen Liedermachern. Standort und Erscheinungsbild haben sich zwar gewandelt, das Programm des 34. Folklore klang dennoch vielversprechend: Bands wie Tocotronic, Blumentopf, Turbostaat und die Ohrbooten sprangen schon beim Betrachten des Plakats übergroß ins Auge. Zugegebenermaßen war mir die Veranstaltung vorher kein Begriff, ließe sich unter „Folklore“ doch auch Schuhplattler und Blasmusik vermuten. [Weiterlesen →]

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Einmal Rotlicht – immer Rotlicht

von Nicole Brevoord, 1. 9. 2010

Passend zu der aktuellen Titelgeschichte des Journals „So liebt Frankfurt“ wollten wir wissen, wer eigentlich Frankfurts Puffs und Laufhäuser besucht und welche Wünsche die Kunden so äußern. Dazu trafen wir Maria, 37 Jahre alt und Angestellte im Bistro eines der größten Laufhäuser im Frankfurter Bahnhofsviertel. Eine Insiderin packt aus.

Was für Leute kommen zu Euch ins Laufhaus?
In dem einen Jahr, in dem ich dort arbeite, habe ich schon viel gesehen. Da kommen sehr spezielle Gäste. Viele arbeiten übrigens im höheren Bereich, etwa bei Banken, oder sie sind Ärzte. Solche Leute erkennt man am teuren Zwirn, den sie tragen. Aber auch ganz normale Arbeiter gehören zu den Kunden. Das Alter ist ziemlich gemischt, so zwischen 35 und 55 Jahren. Oft denke ich, das gibt’s doch gar nicht. So was haben die doch gar nicht nötig! Denn manche Kunden sehen richtig gut aus. Die könnten mit Leichtigkeit eine Partnerin finden. Aber vielleicht haben sie bestimmte Vorlieben …

Was für Vorlieben?
Ich hatte mal einen Gast, der aussah wie ein Frosch. Also ich meine, der war von Kopf bis Fuß in Latex gekleidet und saß so bei uns im Bistro rum. Der trug sogar Handschuhe. Manche Männer kommen auch zu uns rein als Frau, verschwinden auf der Toilette und kommen als Mann im Anzug wieder raus. So mancher normaler Mensch würde sich über unsere Kunden oft wundern. Im fünften und sechsten Stock findet man bei uns die Umgebauten aus Thailand und Rumänien. Das glaubt man nicht, wie viele Männer sich für die Transvestiten interessieren. Manchmal sogar richtig muskelbepackte Typen. Aber ich glaube, es gibt auch Kunden, die gar nicht kapieren, dass sie eben bei einem Umgebauten waren. Schon allein, wenn Drogen oder Alkohol im Spiel war. Poppers ist sehr beliebt, das betäubt die Gehirnzellen. [Weiterlesen →]

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„Wir sind eine Band mit Wut.“

von Redaktion, 30. 8. 2010

Es war still um sie geworden. Nun meldet sich die Band Juli, nach einer längeren Schaffenspause, mit einem neuen Album zurück. Der Titel der Scheibe, die am 17. September in die Läden kommt, lautet schlicht In Love.
Am 27. August erschien die erste Singleauskopplung
Elektrisches Gefühl. JOURNAL FRANKFURT traf die fünfköpfige Band in einem Frankfurter Hotel und sprach mit ihr über die neue Single, das Tourleben und die Liebe. [Weiterlesen →]

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Von Ballett, Musik und Konzeptlosigkeit

von Redaktion, 25. 8. 2010

„Rock the Ballet“ feierte in der Alten Oper Frankfurt-Premiere. Während die Tänzer auf der Bühne graziöse Pirouetten und waghalsige Sprünge präsentierten, kam ich nicht umhin mich zu fragen: „Entschuldigung, aber wohin geht die Reise eigentlich?“ [Weiterlesen →]

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Der rote Faden

von Anja Ruppel, 25. 8. 2010

Von der dick’ Supp’ zum dicken Problem: In seiner neuen Show reist Bäppi alias Thomas Bäppler-Wolf zur „Bäppi Ford Klinik“, um sich verjüngen und seinen Taillen-Umfang verkleinern zu lassen. Bei der Premiere im Theatrallala trafen viele Witze wie gewohnt direkt unter die Gürtellinie, etliche aber auch darüber, als der Travestie-Star seinen guten Freund Mirko Reeh zum Lieblingsopfer für Bauch-Kalauer auserwählte.


Bäppi und Mirko Reeh: beim Kugelstoßen

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Vom Tango zur Cumbia – Resistance and Change

von Redaktion, 23. 8. 2010

Bis zum 4. Juli 2009 war Argentinien für mich farblos, ein Schwarzweißbild oder vielleicht noch nicht mal ein Bild, sondern eher eine Collage voller Licht und Schatten, ein Oberschenkel der unter dem, vor lauter Eifer hochgerutschten Rock heraus blitzt, der Geruch nach Pomade und Schweiß, lauter, fast schnaufender Atem, ein Mann und eine Frau, ein Spiel, in dem man umgarnt, lockt, abblockt, ein Gefühl, ein Begehren, eine Sehnsucht, die immer und immer stärker wird, eine Träne, die mir über die Wange rinnt, ein Verlangen, das heftiger wird, eine Musik, bestehend aus Akkordeon, Gitarre und Saxophon, die mitreißt, mich atemlos da stehen lässt Tango. Argentinien bedeutete Tango und nichts als Tango. Für anderes gab es in meinem Argentinien keinen Platz. Maradona und seine Hand Gottes existierten nicht, eine Militärdiktatur hatte es nie gegeben, keine Wirtschaftskrise, keine Evita nichts, nur Tango.

Den argentinischen Alltag habe ich eine Zeit lang mit gelebt. Auf der anderen Seite war ich nur Zuschauer, von der Realität einer ganz anderen Gesellschaftsschicht trennten mich eine Kamera und ein Mikrofon, Impressionen wurden eingefangen, Meinungen abgefragt und aufgenommen, ob sie dennoch gehört worden sind, unsicher oder sogar fraglich. Ich habe gesehen, dass eine Unterschicht existiert, die längst zur Mittelschicht geworden ist, zur breiten Masse, die teils resigniert, teils streikt, aufgrund gestiegener Wasser-, Gas-, Elektrizitäts- und Lebenskosten, aufgrund von Pressezensur, Landenteignung und Arbeitslosigkeit. Doch sehen und leben ist ein eklatanter Unterschied. Und so musste ich einsehen, dass auch die Realität nicht Wahrheit ist, sondern immer nur eine Wahrheit von vielen und dass man mehrere, so viele Wahrheiten, Blickwinkel und Ansichten braucht, um zu verstehen und vielleicht auch um wirklich zu sehen. Meine Wahrheit ist mir zu wenig. Doch was klärt den Blick, macht weitsichtiger, dünnhäutiger und abgeklärter zugleich? [Weiterlesen →]

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Basis Sommerschau 2010 – endlich Ordnung, endlich Qualität!

von comtedetonnerre, 20. 8. 2010

Auch in diesem Jahr präsentieren sich die in den Ateliers von basis tätigen Künstler wieder im Rahmen einer großen Sommerschau, doch diesmal ist einiges anders. Im letzten Jahr stellten noch sämtliche kreativen Köpfe quer durch alle Disziplinen, von Kunsthandwerk über visuelle Gestaltung bis zur freien Kunst, gemeinsam ihre Werke aus. Das ergab natürlich ein unerträgliches Durcheinander, das die Besucher völlig verwirrt zurückließ: Wer war denn nun gut, wer schlecht, in welche Werke sollte man investieren, in welche nicht? [Weiterlesen →]

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