
Zuerst waren es nur unter Ekel gedrehte Berichte im Fernsehen, dann die Echauffierung der Zeitungen und Zeitschriften und nun wird für den Analogkäse sogar geworben - im negativen Sinn. Die E-Card des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (in dieser Reihenfolge) kann man seit Mai versenden (aber mal ehrlich: wer bitteschön versendet eine E-Card zum Thema Analogkäse? Zu welchem Anlass passt die?) - und nun ist seit einigen Tagen auch eine große Werbetafel in der Hauptwache vom Ministerium gemietet worden, um vor den Gefahren des Schummelkäses zu warnen. Auch dort ist Pinocchio zu sehen, mit seiner Käsenase. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (in dieser Reihenfolge) hat sich gleich mal die Adresse www.schummel-kaese.de gesichert, bevor es ein anderer tut. Neun beinharte Artikel gegen den Schummelkäse sind dort zu finden. Dort steht unter anderem: “Er sieht aus wie Käse, schmeckt wie Käse, ist aber kein Käse. Denn beim so genannten “Analog-Käse”, einem Käse-Imitat, wurde das teure Milchfett gegen billiges Pflanzenfett ausgetauscht.” Die Überschriften sprechen für sich. “Der Käse-Betrug”, “Cheeseburger ohne Käse?”, “Der Käse-Betrug”, “Alles Käse?” undsoweiterundsofort.
Die nächsten Schritte: Kinospots im Stile von Horrorfilmen (”Alle dachten, es wäre ein ganz normaler Käse. Doch als sie die Wahrheit erfuhren, war es zu spät!!!”), Anprangerung von Schummelkäseherstellern. Analogkäseverbrennungen auf öffentlichen Plätzen.
Schlagworte:analogkäse·verbraucherschutz

„Wir kommen aus Providence, Rhode Island und wussten nicht, was uns hier in Deutschland erwartet“, zeigte sich Sänger/Texter Ben Knox Miller beim Brotfabrik-Konzert diese Woche total überrascht, über die mehr als positiven Reaktionen auf seine Musik. Ok – der Club war nicht gerade brechend voll (um es nett auszudrücken) – ein schwüler Sommerabend in der Stadt, eine Band, deren Name so bekannt noch nicht ist, aber tatsächlich schon einige Vorschusslorbeeren bekommen hat. Am Abend vorm Gastspiel in Frankfurt-Hausen war das Trio noch im Londoner Hyde Park aufgetreten. Da stand der Star der Veranstaltung andächtig lauschend an der Bühnenseite und ließ es sich nicht nehmen, seinen Landsleuten hinterher seine Begeisterung über ihr Set kund zu tun. Man stelle sich nur mal vor – The Boss, begleitet von The Low Anthem – eine musikalische Sternstunde der ganz besonderen Art wäre perfekt. Aber ehrlich: The Low Anthem braucht keinen Bruce Springsteen. [Weiterlesen →]
Schlagworte:brotfabrik·dk auf tour·The Low Anthem

Eine Pressetour mit dem Thema Informationstechnologie erscheint auf den ersten Blick etwas trocken und fremd: Wer kann schon etwas Handfestes mit Datenverarbeitung und Netzwerkadministration anfangen? Am Hauptbahnhof geht es los: Die Pressesprecherin vom Veranstalter T-Systems, Martina Weidmann, packt gerade noch so alle fünf Teilnehmer in den (zum Glück) klimatisierten Sprinterbus und erklärt uns bei der Fahrt das stramme Tagesprogramm: Die Tour steht unter dem Motto „Informationstechnologie im Urlaub“ – hier wird die Sache schon deutlich interessanter.
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Zelte stehen in diesem Jahr im Mainzer Volkspark nur im Gastrobereich und Backstage. Nachdem zwei Acts, Randy Crawford und leider auch Cyndi Lauper, krankheitsbedingt abgesagt haben und eh einige Konzerte Open Air geplant waren, hat man auf den schönen Sechsmaster (hilfreich bei Regen, schweißtreibend bei massiver Sonneneinstrahlung) verzichtet und hofft auf einen wohlgesonnenen Petrus für diesen Sommer. Bis jetzt ist es bei den ersten drei Veranstaltungen gut gegangen… Am Sonntag kam es zur Begegnung von Noa und Mira Awad. [Weiterlesen →]
Schlagworte:dk auf tour·Mainzer Volkspark·Mira Awad·Noa Awad
Die Stimmung im Sinkkasten war bestens, obwohl es einen Abschied zu feiern gab. Nach 16 Jahren on the road spielten Freezeebee ihren letzten Gig, noch mal als Quartett – mit Nico Flores (Foto). Und das wurde auch noch mal deutlich, was die etwas anderen Crossover-Helden neben mächtigen Metalriffs, Stoner Rock- und Grunge-Appeal eben auch noch auszeichnete. Gleich doppelt besetzt mit zwei grandios singenden Gitarren der Extraklasse hatten die Freezies was, was wenige Kollegen auch ins Feld führen konnte: echten Soul-Appeal. Nico, Jan und die Schweizer Präzisions-Uhrwerk Jo und Flo als Rhythmussektion zogen noch mal alle Register ihres Entertainment-Talentes und standen ihrem lauthals mitmachenden Publikum auch in puncto Stagediving in nichts nach. [Weiterlesen →]
Schlagworte:dk auf tour·Freezeebee·sinkkasten

Wenn die Festhalle ihren 100. Geburtstag feiert, wird viel geboten: Ausstellungen, Führungen, Seilbahnen, Comedy, Stars und Sternchen, Musik, Wettläufe, Kinderbespaßung und sogar eine riesige Geburtstagstorte. Ich habe mich am Sonntag zum Tag der offenen Tür mal ins Getümmel gestürzt, wobei sich das Getümmel bis mittags noch arg in Grenzen hielt. Auf dem Festhallenvorplatz gab es eine Musikbühne, Biergärten, Kinderkarussells, eine Kinderinsel mit Sand und Palme sowie Essstände, sodass sich die Besucher bestens verteilten und es nicht zu einem großen Gedränge in der Festhalle kam. Gut besucht jedoch waren innen drin die Führungen und Vorträge, etwa der vom Impressario Fritz Rau, der gewitzt und unterhaltsam über seine 50 Jahre Backstage-Erfahrung referierte und von Ella Fitzgerald über Udo Lindenberg bis zu den Rolling Stones, die er nach Frankfurt und vor allem in die Festhalle holte, berichtete. Ein lustiger Einblick hinter die Kulissen der Festhalle.
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Schlagworte:Festhalle·Fritz Rau·Jubiläum·Petra-Roth·Tag der offenen Tür
von mephisto, 28. 6. 2009
Die Grube, die heute als Weltkulturerbe gefeiert wird, sollte vor zwei Jahrzehnten für alle Zeiten mit Müll und Schutt verdeckt werden. Die Rede ist von der Grube Messel südlich von Frankfurt. Ihre Einmaligkeit hat mittlerweile Weltkulturerbe-Status. Eine Bürgerinitiative kämpfte jahrzehntelang gegen die dort geplante Errichtung einer riesigen Mülldeponie. Mehr aus Eigennutz als für den Erhalt der wertvollen Grube - den Anwohnern stank es im wahrsten Sinne des Wortes, ein Deponie vor der Nase zu haben. Als positiver Nebenaspekt entstand die Grube Messel in ihrer heutigen Form. Sie gilt als das “Pompeji der Paläontologie”, ein einzigartiger Fundort. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es derart viele Fossilien auf so engem Raum, und fast nirgendwo sind sie so gut erhalten. [Weiterlesen →]
Schlagworte:Grube Messel·Ida

Der Römer halb voll, was ja nicht schlecht ist bei einem Wetter, das beständig nach Regen aussieht. Außerdem ist ja Samstag und samstags wird konsumiert, nicht demonstriert. Um 13 Uhr füllen sich die Reihen, sie sind außerordentlich gemischt, nur das Ziel verbindet die Massen, nämlich den Freiheitsdrang der Menschen in Iran zu unterstützen. Ich treffe Grünen-Sprecher Bastian Bergerhoff, der mir sagt, dass man erst am vergangenen Montag mit den Vorbereitungen begonnen habe. “Das war wenig Zeit, doch länger wollten wir nicht mehr warten. Wer weiß schon, wie es in zwei oder in drei Wochen in Iran aussieht?” [Weiterlesen →]
Schlagworte:Demonstration·Iran

Viele Köche verderben nicht zwangsläufig den Brei. Wenn die neue Ausgabe von Frankfurt Geht Aus! zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wird, geht das immer mit einer Parade der besten Küchenchefs der Stadt einher, die in die Genussakademie auf die Fressgass’ kommen, um die Urkunden und Glückwünsche für die Top-Platzierung ihrer Restaurants persönlich entgegenzunehmen. Die Meisterköche bringen dabei stets etwas Feines aus ihren Küchen mit – und wir können wohl mit Fug und Recht behaupten, dass die Kollegen von der Tagespresse, von Funk und Fernsehen nie so gut bewirtet werden wie zu diesem Anlass. Da ist dann selbstverständlich auch die Stimmung bestens: Carabiniero im Olivenbrot mit Aprikosen, gebratenes Wolfsbarschfilet an Risotto mit Kirschtomaten und Rucola sowie Thunfischtatar mit Entenleber-Tarte und karamellisierten Äpfeln stehen ansonsten eher selten auf dem Speiseplan eines Journalisten. [Weiterlesen →]
Schlagworte:Alfred Friedrich·Frankfurt Geht Aus!·Genussakademie·Top-Köche
Können diese Augen für sieben Wochen schlechtes Wetter verantwortlich sein?
Normalerweise ist ja der April für seine Wetterkapriolen sprichwörtlich bekannt. Doch während sich in diesem Jahr der April als einer der heißesten und sonnigsten seit der berühmten Aufzeichnung der Wetterdaten produziert hat, macht uns der eigentliche Sommermonat Juni bisher nur wenig Freude. Obwohl die Tage der „Schafskälte“ bereits seit knapp zwei Wochen vorüber sind, frieren Männer tapfer in Polo-Shirts und tragen Frauen immer noch ihre Übergangsjacken auf.
Dem Volksglauben nach, entscheidet sich am Siebenschläfer-Tag, dem 27. Juni, welche Großwetterlage uns über den Sommer beschert ist. [Weiterlesen →]
Schlagworte:bauernregel·deutscher wetterdienst·siebenschläfer