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Journal-Frankfurt-Weblog

Die Definition von liberal

von Nils Bremer, 18. 8. 2009 · 12 Kommentare · Rubrik: Aufgeschnappt Beitrag drucken

hootersErinnern Sie sich an diese Seinfeld-Folge, in der Elaine glaubt, die Bedienungen in ihrem Lieblingscafé seien nur wegen ihren großen Brüsten eingestellt worden und am Ende stellt sich heraus, dass sie aus einer genetisch eben genauso vorgeprägten Familie stammen?

Jerry: I haven’t seen four women like this together outside of a Russ Meyer film.
(the waitress finally came with the coffee)
Elaine: (to the waitress) Hi. Excuse me. Who does all the hiring waitresses here?
Waitress: He does. (pointing to the manager, Mr. Visaki) In fact we’re looking for another girl if you know anyone. (she walks away)
Elaine: You know what? That’s discriminatory. That is unfair. Why should these women have all the advantages? It’s not enough they get all the attention from men, they have to get all the waitress jobs, too?
Jerry: Hey that’s life. Good-looking men have the same advantages. You don’t see any handsome homeless.

Bei der Burger-Kette Hooters ist es so ähnlich. In Sachsenhausen finden jedenfalls etliche Menschen die Idee nicht so behagend, dass Hooters dort ein Lokal eröffnen will. Es formiert sich Widerstand. Umso erfreulicher, dass uns gerade folgende Presseinformation der Jungen Liberalen erreicht:

JuLis begrüßen das neue Hooters-Restaurant in Sachsenhausen

Die Jungen Liberalen Frankfurt äußern sich zur angekündigten Eröffnung des neuen Hooters-Restaurants wie folgt: „Wir freuen uns sehr, eine so erfolgreiche und weltbekannte Kette nun auch im Frankfurter Ausgehviertel begrüßen zu dürfen“, so der Vorsitzende der JuLis, Tobias Fila. Sowohl wirtschaftlich als auch touristisch sei von der Systemgastronomiekette ein Zugewinn für das ganze Viertel zu erwarten. Nachdem nun schon Filialen in Berlin, Düsseldorf, Karlsruhe, Neunkirchen und Bochum eröffnet wurden, sei es höchste Zeit, dass auch Frankfurt ein eigenes Hooters-Restaurant bekomme. „Wir versprechen uns von Hooters mehr Abwechslung und eine Belebung des Geschäfts im ganzen Apfelweinviertel“, erklärt Fila.

Blamabel sei dagegen das Auftreten des Ortsbeirats fünf: CDU, Grüne und SPD sprachen sich lautstark gegen das neue Unternehmen aus. Offensichtlich fühlen sich die selbsternannten Sittenwächter des Ortsbeirats von der Vorstellung bauchfreier Kellnerinnen in Cheerleader-Kostümen derart bedroht, dass sie versuchen mit negativer Meinungsmache ein investorenfeindliches Klima zuschaffen: „Es ist regelrecht peinlich und einfach daneben, ein völlig harmloses Unternehmen zu attackieren. Eine „Hexenjagd“ auf eine angesehene Restaurantkette zu eröffnen ist überspitzt, diskriminierend und dem Selbstverständnis Frankfurts als offene Weltstadt nicht würdig“, urteilt Fila und empfiehlt allen denjenigen die Angst davor haben eine „Hooters-Bedienung“ zu Gesicht zu bekommen, beim Vorbeilaufen die Augen zu schließen oder sicherheitshalber am besten gleich die Straßenseite zu wechseln.

PS: Da Hooters in Sachsenhausen noch nicht existiert, zeigen wir oben eine Bedienung aus einem Lokal der Kette in Huntsville, Alabama. (SQL Samson/flickr/by-cc). Sie heißt Kim.

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Nils BremerNils Bremer hat Politikwissenschaft in Frankfurt und Amiens studiert, schrieb währenddessen für die Frankfurter Neue Presse, danach für die Welt Kompakt. Seit 2004 beim Journal Frankfurt.
Alle Artikel von Nils Bremer.

12 Kommentare bislang ↓

  • Harry

    Der Hooters in der “Berger Straße ” (!) in Düsseldorf ist immer gut gefüllt – aber das sind alle Kneipen der dortigen Altstadt. Eine Eigenrecherche per Augenschein hat dort zwar anziehendes Interesse von Junggesellenabschieden feststellen können, aber auch Oma und Oppa gönnen sich dort gebrutzeltes Fleisch zwischen zwei BHs (Brötchen-Hälften). Die Erregung um Hooters in Sachsenhausen halte ich daher für wirklich engbrüstig.

  • ViolaHollings

    Gibts dort auch “Nonnenbrüstchen” … ein ländertypisches Mandelgebäck? Sex sells.

  • Sylvie

    no way – das ist ein Aprilscherz, richtig?

    Wie billig wird es denn, wenn wir jetzt auch noch Hooters bekommen? Klar, Sex sells – und mit Bier und Chicken Wings noch mehr…

    Hab das Gefühl, Frankfurt lernt nicht dazu

  • lump

    hooters raus!
    ist in ami land ja ganz ok aber hier braucht man nicht noch eine weitere kette. ob da jetzt dicke dinger zu sehen sind oder nett. ich habe vorwiegend etwas gegen solche ketten schlimm genug das starbucks, mcDoof, burger k etc unsere städte verschandeln jetzt kommen auch noch die dicken möpse. die könnten genauso gut in einer guten ebbelwoi kneipe bembel stemmen.

  • romulus

    hhmmmm….hatten wir nicht erst vor ein paar Tagen einen Artikel über “Die Milch macht´s”? Jetzt das dicke Ding mit Hooters. Könnte hier eine thematische Verschwörung der Redaktion vorliegen? Fragen über Fragen…..

  • mephisto

    na, da werden wir im nächsten heft mal einsteigen – unser gastroexperte geht an die sache mit dden hooters ran, aber richtig…

  • Blog Fürst » peinliche Prüderie bei CDU, SPD und Grünen

    [...] passende Pressemitteilung zu diesen Polit-Peinlichkeiten kam von den Frankfurter Jungliberalen: Die Jungen Liberalen Frankfurt äußern sich zur angekündigten Eröffnung des neuen [...]

  • ViolaHollings

    Gastro-Test: Kann verdammt hart sein, dort Würstchen im Schlafrock zu testen, gell … jetztissabbaguut!

  • Sylvie

    also echt kein Aprilscherz – ich fasse es nicht!
    Aber irgendwie klar, dass ausgerechnet Frankfurt seine Türen für so einen Laden öffnet….

  • romulus

    Sylvie…Klasse…Sie sind wohl Ihr Geld wert! Klickt man Sie an, kommt man auf eine echte Konkurrenz. Zwar passt Ihr eyecatcher der Startseite (in roter Seide???) ganz gut zum Airbag-Thema, klickt man aber weiter löst sich das Rätsel auf…was mir dabei gefällt bleibt my secret

  • mehisto

    @romulus: es gibt soche und solche secrets – die von sylvie gefallen uns viel besser als die von hooters….
    @viola; wir essen immer a la carte….

  • Oliver Stirböck

    Ich würde “liberal” jetzt vielleicht nicht auf “Freiheit für´s Hooters” reduzieren. Aber allein die Idee, eine Genehmigung zu verweigern wie sie Frankfurter Lokalpolitiker äußerten, ist illiberal. Mehr dazu hier: http://oliver-stirboeck.blogspot.com/2009/08/freiheit-furs-hooters.html

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