Pflasterstrand

Journal-Frankfurt-Weblog

Kelsterbacher Wald: Wildschweine adé

von Nils Bremer, 13. 1. 2009 · 6 Kommentare · Rubrik: Aufgeschnappt Beitrag drucken

wildschweine im kelsterbacher wald

Bei unserem Besuch im Waldcamp in der vergangenen Woche, fand ich persönlich das Wildschweingehege der Stadt Kelsterbach mit am Tollsten. Weil: Wildschweine, die hatte ich zuletzt als Kind zu Gesicht bekommen und damals mit Kastanien gefüttert, die man vorher zusammen mit den Großeltern gesammelt hatte. Sehr friedliche Tiere mit einem schlauen Blick. Und riesig. Auch die Kelsterbacher Kinder waren häufige Besucher im Wald, für die Wildschweine hatte die Stadt ein eigenes Gelände eingehegt, in dem sie auch regelmäßig gefüttert wurden. Nun gehört das Gelände seit gestern der Fraport Aktiengesellschaft und so sind die oben abgebildeten Wildschweine (insgesamt dürfte es ein gutes Dutzend gewesen sein) nun wohl die ersten Opfer der neuen Landebahn, heute früh wurden einige umgesiedelt, andere umgenietet. Auch die Polizei durchforstet bereits den Wald, macht viele Fotos und bereitet sich auf die Stürmung des Camps vor. Derweil wird um den Wald ein Bauzaun errichtet. Sieht so aus, als ob es mit der Idylle so langsam vorbei ist.

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Nils BremerNils Bremer hat Politikwissenschaft in Frankfurt und Amiens studiert, schrieb währenddessen für die Frankfurter Neue Presse, danach für die Welt Kompakt. Seit 2004 beim Journal Frankfurt.
Alle Artikel von Nils Bremer.

6 Kommentare bislang ↓

  • Honk

    *schnief* eine Institution meiner Kindheit wird da abgeschafft! Was waren wir früher oft im Kelsterbacher Wald um die Wildschweine zu füttern. Da man als Kind ja kein Bock hat auf Spaziergänge, waren die Wildschweine immer ein beliebter Kompromiss. Altes Brot eingepackt und ab nach Kelsterbach. Sogar bei ner Frischlingsgeburt war ich dabei!

  • BlindeQ

    Jahrelang habe ich meinen Besuch dorthin aufgeschoben, denn auch ich bin mit dem Wildtiergatter in Kelsterbach aufgewachsen. Sei es die Zahlreichen Wandertage in der Schulzeit oder mit meinem Opa am Wochenende, dort war es nie langweilig. Nun ist es zu spät – Leider!

  • Guy

    Die Sauerei an der Sache ist, dass die Kelsterbacher Stadtverwaltung – namentlich der ach so smarte Bürgermeister Ockel – genügend Zeit hatte, sich um die Umsiedlung der Tiere zu kümmern. Nichts ist geschehen – bis gestern und da musste es dann die Ballerei sein. Ein Armutszeugnis, das an Angeln im Aquarium erinnert.

  • Elke

    Auch wir standen am vergangenen Sonntag (mit Beuteln voll Brot,so wie alle 4 Wochen)vor dem nun plattgemachten Wildschweingehege, die Kinder haben geheult und auch mir war danach zumute. Ringsherum noch einige “Ruhe”bänke und Hinweisschilder mit Verhaltensmaßregeln für das “Erholungsgebiet”. Welch ein Hohn. Kein Hinweis auf den Verbleib der Tiere. Das ist ganz mies gelaufen, das hätte man anders machen können! Wir sind hier auch bald weg!

  • Thomas

    Aus-Bau! statt Ausbau. In der eh schon zerbauten Rhein-Main-Region war der Wald für mich immer der ideale Platz für Spaziergänge, Radfahren und Laufen. Die grüne Lunge von Kelsterbach. Das Baden im Waldsee hat mir jedesmal all das zurück gegeben, was mir der Arbeitstag genommen hat und wird von nun an – leider – nur noch in der Erinnerung weiter leben. Trauriges Ende eines schönen Kapitels.

  • Wald am Ende | Pflasterstrand

    [...] schon bald wesentlich besser sein. Die Familien dürfen sich schon mal umstellen: statt zu einigen zutraulichen Wildschweinen werden sie ihre Kindern in ein paar Jahren zu einer Betonpiste führen dürfen. Ein Vergnügen [...]

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