Hallo, Energiesparlampe. Ade, du schönes Licht. Die gute alte Glühbirne wird abgeschafft. Aber ganz so schnell werden wir sie nicht vergessen. Denn in Offenbach wird ihr nun ein Denkmal gesetzt. Im Rahmen der Luminale vom 11. bis 16. April präsentieren Lutz Jahnke und Julia Diehl ihr Werk. Die Beiden kennen sich aus Studientagen an der HfG Offenbach und haben schon öfter gemeinsame Projekte gemacht. Mittlerweile sind sie ein Team aus etwa 12 Leuten, bestehend aus Designern, Filmern, Künstlern, Werbern, Illustratoren und Programmieren.
Das Journal Frankfurt hat Julia Diehl zum Abschied der Glühbirnen-Ära interviewt.
Journal Frankfurt: Wie entstand die Idee zum Birnendenkmal?
Julia Diehl: Die Idee kam uns kurz nachdem bekannt wurde, dass die Glühbirne abgeschafft werden soll – also im Winter 2008/2009. Schon da war klar: es soll ein Denkmal werden, in das jeder seine eigene Glühbirne integrieren und so persönlich Abschied nehmen kann. Die Form hatten wir uns damals allerdings noch etwas anders vorgestellt. Mal als riesige Glühbirne, dann wieder als ein großes Feld mit „Glühbirnenblüten“ auf sich im Wind bewegenden „Halmen“. Die jetzige Gestalt des Eisgebirges entstand erst im Sommer 2009 in Zusammenarbeit mit dem Produktgestalter Oliver Schick.
Was wollen Sie damit bezwecken?
Wichtig ist, dass hier keine bestimmte Meinung propagiert werden soll. Das ganze Projekt „Birnendenkmal“ mit all seinen Aktionen und Aspekten soll vor allem eins: Spaß machen! Wir wollen auf das Verschwinden der Glühbirne aufmerksam machen und andere animieren, sich ebenfalls damit zu beschäftigen. Auf welche Art auch immer. Alle Beiträge sind willkommen – ob Filme, Kunstaktionen, Internetkommentare oder einfach alte Glühbirnen.
Für die, die mehr wissen wollen, bieten wir eine Infosammlung zu den Hintergründen des Glühbirnenverbots, zu Energiefragen, Klimafolgen und den Nachfolgern der Glühbirne. Natürlich erhoffen wir uns ein größeres Verantwortungsbewusstsein für den Umgang mit Energie und Rohstoffen. Aber letztlich sind wir ja alle mündige Wesen und jeder kann sich seine Meinung selber bilden.
Energiesparlampen haben nicht den besten Ruf. Sind sie dennoch eine bessere Lösung als die gute alte Glühbirne?
Hier scheiden sich die Geister. Viele, mit denen wir gesprochen haben meinen ganz klar: Nein! Das Licht der Energiesparbirne ist unangenehm, die Entsorgung schwierig, der Quecksilbergehalt macht Angst. Nichtsdestotrotz sind sie in Sachen Energieeffizienz klarer Sieger gegenüber der herkömmlichen Glühbirne. Wenn man allerdings betrachtet, was gerade auf dem Bereich der LED-Leuchten entwickelt wird, stellt sich die Frage, ob eine Abschaffung der Glühbirne zum jetzigen Zeitpunkt nicht etwas übereilt war – gibt es doch in wenigen Jahren wesentlich bessere Alternativen als die momentanen Energiesparbirnen.
Wie können wir uns das Birnendenkmal vorstellen?
Genau genommen gibt es sogar drei Denkmäler:
Erstens ist das reale Birnendenkmal auf dem Aliceplatz eine Installation aus tausenden alten Glühbirnen in Form eines Gebirgszuges, der nachts – ganz ohne Strom – leuchten wird.
Zweitens findet das virtuelle Birnendenkmal auf unserer Internetseite www.birnendenkmal.de statt. Hier kann jeder ein Bild von sich und seiner Birne hochladen.
Zu guter letzt gibt es noch das Birnendenkmal für zu Hause. Und zwar in Form von Konservendosen mit einer funktionstüchtigen 60 Watt Glühbirne als Inhalt. Immer gut, ein paar auf Vorrat zu haben. Zum Beispiel für einen Anfall von akutem Warmlichtbedürfnis oder wenn man in 20 Jahren seinen Enkeln mal zeigen möchte, wie damals 2010 eine echte Glühbirne aussah.
Fotos: www.birnendenkmal.de
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Schlagworte: energiesparlampe·glühbirne·hfg·luminale·offenbach


studierte Fachjournalismus Geschichte kombiniert mit Spanisch und Türkisch an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Während des Studiums absolvierte sie diverse Zeitungs-, Agentur- und Radiopraktika. Außerdem war sie als freie Mitarbeiterin für die Oberhessische Zeitung tätig. Seit November 2009 beim Journal Frankfurt.





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samuel // 17. 4. 2010, 19:24
Hallo, nicht nur das die Lampen Energie sparen sondern sie gehen auch nicht mehr kaputt. http://www.aufkurs88.com/2010/04/12/gluhbirnen-die-17-jahre-halten/ seht selber, 17 sollen die Dinger jetzt halten. Unglaublich. Wo bleibt der Profit der Hersteller :-)