
Zuerst waren es nur unter Ekel gedrehte Berichte im Fernsehen, dann die Echauffierung der Zeitungen und Zeitschriften und nun wird für den Analogkäse sogar geworben – im negativen Sinn. Die E-Card des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (in dieser Reihenfolge) kann man seit Mai versenden (aber mal ehrlich: wer bitteschön versendet eine E-Card zum Thema Analogkäse? Zu welchem Anlass passt die?) – und nun ist seit einigen Tagen auch eine große Werbetafel in der Hauptwache vom Ministerium gemietet worden, um vor den Gefahren des Schummelkäses zu warnen. Auch dort ist Pinocchio zu sehen, mit seiner Käsenase. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (in dieser Reihenfolge) hat sich gleich mal die Adresse www.schummel-kaese.de gesichert, bevor es ein anderer tut. Neun beinharte Artikel gegen den Schummelkäse sind dort zu finden. Dort steht unter anderem: “Er sieht aus wie Käse, schmeckt wie Käse, ist aber kein Käse. Denn beim so genannten “Analog-Käse”, einem Käse-Imitat, wurde das teure Milchfett gegen billiges Pflanzenfett ausgetauscht.” Die Überschriften sprechen für sich. “Der Käse-Betrug”, “Cheeseburger ohne Käse?”, “Der Käse-Betrug”, “Alles Käse?” undsoweiterundsofort.
Die nächsten Schritte: Kinospots im Stile von Horrorfilmen (“Alle dachten, es wäre ein ganz normaler Käse. Doch als sie die Wahrheit erfuhren, war es zu spät!!!”), Anprangerung von Schummelkäseherstellern. Analogkäseverbrennungen auf öffentlichen Plätzen.
Vielleicht interessiert Sie das auch:
Schlagworte: analogkäse·verbraucherschutz

Nils Bremer hat Politikwissenschaft in Frankfurt und Amiens studiert, schrieb währenddessen für die Frankfurter Neue Presse, danach für die Welt Kompakt. Seit 2004 beim Journal Frankfurt.





Leute-Reporter Jens Prewo
Dany Cohn-Bendit
Michi Herl ist der Stadtgucker
Christoph Schröder war vor Gericht
Petra Spahn ist der Hausdrache
Herr P. fährt Bahn
Bislang gibt es keine Kommentare. Legen Sie los, indem Sie dieses Feld ausfüllen.