Neben unserer Redaktion wächst seit einigen Monaten ein Koloss heran, der Tag für Tag bedrohlicher erscheint. Ein Hochhausneubau ist etwas, das eine Stadt nicht eben so leicht wegsteckt. Als das Fundament ausgehoben wurde, da tanzten bei uns auf den Schreibtischen die Flachbildschirme. Und seit sich das Gebäude Tag für Tag ein Stückchen mehr seiner einmal 185 Metern nähert, um so deutlicher verändert sich unser Sichtfeld.
Wir schauen unwillkürlich nach oben, jeden Tag ein Stückchen mehr, wenn wir in unsere alte Straße einschwenken. Für den Tower185 musste ein sehr altes Gebäude aus dunkelrotem Sandstein weichen und ein Teil des Atelierfrankfurt, dort wo Künstler Werke schaffen – derzeit unter den Bedingungen einer Dauerbaustelle. Die Stadt verändert sich. An einigen Stellen gebiert sie Neues, an anderen wiederum begräbt sie einen Teil ihrer Geschichte. Und weil das Bild der Stadt vor allem durch die Menschen konstituiert, die in ihr leben, ist es vielleicht gar kein Wunder, dass sich Frankfurt so schnell wandelt. Die Bevölkerung tauscht sich hier – rein statistisch – alle zehn Jahre aus. Und in den zwei Wochen, in denen unser Heft jeweils am Kiosk liegt, sehe ich meist gut ein Dutzend Umzugslastwagen durch die Straßen holpern.
Es bewegt sich was in Frankfurt. Nicht nur die vielen Tanzbegeisterten, wie in unserer Titelgeschichte. Nicht nur die Schauspieler, die Sänger und Künstler. Alles fließt in einer Stadt. Das ist eigentlich wunderschön. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen viel Spaß mit diesem Heft. Lassen Sie sich anregen! Und wenn Sie mögen, schreiben Sie mir: chefredaktion [at] mmg.de.
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Schlagworte: editorial·Hochhausneubau



Nils Bremer hat Politikwissenschaft in Frankfurt und Amiens studiert, schrieb währenddessen für die Frankfurter Neue Presse, danach für die Welt Kompakt. Seit 2004 beim Journal Frankfurt.





Leute-Reporter Jens Prewo
Dany Cohn-Bendit
Michi Herl ist der Stadtgucker
Christoph Schröder war vor Gericht
Petra Spahn ist der Hausdrache
Herr P. fährt Bahn
Venden // 3. 3. 2010, 23:06
Kaum hat man sich an den Opernturm und Frankfurt Hoch Vier auf den Bildern gewöhnt, schon gibt es schon wieder eine Veränderung in der Frankfurter Skyline…
Schön, dass unsere Skyline sich immer neu erfindet und sich täglich – falsch, jährlich, ändert.
Mainbube // 10. 3. 2010, 11:54
Ein Freund aus Kiel meinte einmal, dass er genau diese Veränderung an Frankfurt lieben würde. Keine Stadt würde so dem ständigen wandel unterzogen sein, wie Mainhatten. Diese ständige Veränderung stand für ihn, für die Wandlungsfähigkeit der Stadt und dem damit verbundenen Erfolg als kleine Stadt trotzdem wie eine Metropole empfunden zu werden.