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Journal-Frankfurt-Weblog

Die Universal-Banderole der Frau Adorján

von Nils Bremer, 21. 2. 2009 · 4 Kommentare · Rubrik: Kultur Beitrag drucken

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Vor einigen Tagen gab mir mein lieber Kollege Christoph ein Buch von Johanna Adorján. Der Titel: “Eine exklusive Liebe” und ich glaube schon jetzt nach den ersten wenigen gelesenen Seiten, dass ich es gut finden muss und das nicht nur, weil der Luchterhand-Literaturverlag in den Umschlag ein ganz reizendes Autorinnen-Foto gedruckt hat. Nein, das Buch hat auch eine Universal-Banderole, also ein Zitat von Lily Brett, die sich recht wohlwollend über das Werk der Adorján äußert: “Eine eindringliche, komplexe, hinreißende, leidenschaftliche, schmerzliche und oft komische Liebesgeschichte”, schreibt Frau Brett, über die ich mit meinem Kollegen übereinkam, dass sie wohl eine dieser typischen Frauenromanschreiberinnen ist, auch wenn das vielleicht ungerecht klingen mag.

Universal ist diese Banderole, weil sie keinen Hinweis auf Verlag, Autorin oder Buchtitel enthält und damit auch sehr gut zu Bodo Kirchhoffs neuem Roman “Erinnerungen an meinen Porsche” passt. Oder zu vielfältigen anderen Werken (etwa dem Duden oder was weiß ich), der Phantasie sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Und größer kann der Verdienst eines Buches ja nicht sein, als dass es unsere Vorstellungskraft schon anregt, ohne dass wir eine Zeile gelesen hätten. Wie das Buch sonst so ist, schreibe ich gerne, wenn ich es durch habe. Doch für diesen Spaß erstmal: danke, Frau Adorján!

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Nils BremerNils Bremer hat Politikwissenschaft in Frankfurt und Amiens studiert, schrieb währenddessen für die Frankfurter Neue Presse, danach für die Welt Kompakt. Seit 2004 beim Journal Frankfurt.
Alle Artikel von Nils Bremer.

4 Kommentare bislang ↓

  • jke

    Gleich vervielfältigen und im Hugendubel wahllos Bücher damit aufwerten.

    Später kann man dann immer noch behaupten, dass es Kunst sei.

  • ulla schneider

    Lily Brett ist keine typische Frauenromanschreiberin, wie Sie sich ausdrücken, sondern eine unbequeme, zynische und von allerlei jüdischen Neurosen bessessene Frau. Einige ihrer Bücher sind lesenswert. Frau Adorjáns Exklusive Liebe
    sollten Sie mal zu Ende lesen und erst dann besprechen. Es lohnt sich! Was dem “reizenden Foto” anbelangt: ein überflüssiger und gönnerhafter Kommentar!

  • Nils Bremer

    Frau Schneider, vielleicht gebe ich Ihnen recht, wenn ich mal ein Buch von Frau Brett gelesen habe (war ja alles rein spekulativ). Können Sie denn eines empfehlen?

    Übrigens bin ich bei Frau Adorján jetzt auf Seite 112 und es ist (bis jetzt) wirklich unheimlich schön. Weil Ihnen meine überflüssigen und gönnerhaften Kommentare anscheinend gefallen: Habe den Schutzumschlag entfernt, um vollkommen unbeeinflusst von irgendwelchen Fotos lesen zu können.

  • neosushi. » Eine exklusive Liebe

    [...] Über die Banderole, die das Buch umschließt, habe ich hier [...]

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