Pflasterstrand

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PflasterStrand – Ein Stadtmagazin von 1976 bis 1990
… ein Blog seit September 2006.

 

„Unter dem Pflaster liegt der Strand“ hieß es im Mai 1968 allerorten. Acht Jahre später ist die Revolte zersplittert, doch von Oktober 1976 an sollte es ein Sprachrohr der Sponti-Bewegung geben: den PflasterStrand. Herausgeber und Mitgründer war Daniel Cohn-Bendit, zu den Autoren der Zeitschrift gehörten neben vielen anderen Matthias Horx, Cora Stephan, Edith Kohn, Reinhard Mohr, Thomas Schmid, und auch Joschka Fischer steuerte den einen oder anderen Artikel fürs Heft bei. Wie der Titel, so war auch manches Pseudonym der Redakteure programmatisch: Paul Planet, Emil Nichtsnutz, Vita Quell oder Flora Soft. Die Respektlosigkeit in Inhalt und oft genug auch Titelgestaltung kam damals einer Revolution der Presselandschaft gleich.
Es verwundert auch nicht, dass der PflasterStrand einige Male Besuch von der Staatsanwaltschaft bekam, so etwa nach der Veröffentlichung einer Streitschrift der Revolutionären Zellen 1978. Solche Anlehnungen ans linksextreme Spektrum waren auch noch in den 80er-Jahren zu spüren, etwa als Cohn-Bendit ein Interview mit dem im Untergrund lebenden Terroristen Hans-Joachim Klein („Klein-Klein“) führte. Doch politisch näherte sich die Zeitschrift, wie ihr Gründer, dem Realo-Flügel der Grünen an, einer Partei, deren Entstehung und Orientierung der PflasterStrand breiten Raum gab. So groß ihre Wirkung, so klein war oft genug der finanzielle Spielraum des Magazins. 1989 stieg der Verleger Matthias Kierzek ein, Matthias Horx wurde Chefredakteur des neuen PflasterStrand, der mit großem Aufwand einmal im Monat erschien. Das Projekt währte nicht lange. Nach kaum einem Jahr wurde die Fusion mit dem Konkurrenzblatt Auftritt bekanntgegeben. Aus dem PflasterStrand wurde im Oktober 1990 die wieder 14-tägige Stadtillustrierte JOURNAL FRANKFURT. Wir wollen hier dem PflasterStrand ein Andenken bewahren und nach und nach ausgewählte Artikel, Titelillustrationen und Wirkungszusammenhänge veröffentlichen. Zugleich ist das Pflasterstrand-Blog ebenso Spiegel wie subjektives Sprachrohr unserer Redaktionsarbeit.

Eine Sammlung aus Ausschnitten und wiederveröffentlichten Artikeln aus dem historischen Pflasterstrand finden sich unter dem Schlagwort Pflasterstrand.