1. Gestern hat der Bundestag die Versorgung von Schwerstabhängigen mit Diamorphin beschlossen. Was bedeutet dies für Frankfurt?
Das bedeutet, dass das Modellprojekt, das in der Grünen Straße im Ostend untergebracht ist, nun in einen Regelbetrieb übergehen kann. In den Räumen bekommen Patienten, die mehrere erfolglose Methadon-Therapien hinter sich haben und oft jahrelang an der Nadel hängen, künstliches Heroin. Das Modellprojekt startete in Frankfurt vor sieben Jahren und wurde wissenschaftlich begleitet. Vor drei Jahren wurden die Ergebnisse präsentiert. Dabei kam heraus, dass die Drogenabhängigen ein eigenständigeres Leben führen können, einige von ihnen arbeiten wieder, die wenigsten wurden straffällig (weil Beschaffungskriminalität nicht mehr notwendig ist).
2. Warum spricht ist die CDU dennoch gegen die Vergabe von Heroin?
Ist sie gar nicht. Jedenfalls nicht durchgängig. Vor allem Politiker aus den acht Städten mit entsprechenden Modellprojekten befürworten die Regelversorgung. In Hessen ist die Allianz besonders breit, hier hat sich auch Ministerpräsident Roland Koch hinter das Heroinprojekt gestellt. Deswegen ist eine entsprechende Empfehlung auch im Bundesrat mit großer Mehrheit beschlossen worden.
Im Bundestag sieht es anders aus. CDU-Politiker, besonders die aus ländlichen Regionen, befürchten, ihren Wählern erklären zu müssen, “warum der Staat zum Dealer wird”. Außerdem argumentieren einige Christdemokraten, dass am Ende stets ein drogenfreies Leben stehen müsse. Annette Widmann-Mauz von der CDU sagt: “Das Ziel des Ausstiegs aus der Sucht wollen wir nicht aufgeben.”
3. Wird der Staat denn zum Dealer?
Zumindest gibt er Heroin aus, dies allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht, mit psychosozialer Betreuung und der Möglichkeit in ein Methadonprogramm zu wechseln, wenn dies der Patient wünscht. In Frankfurt sind derzeit weit unter 100 Menschen in diesem Programm. „Es ist ein auf eine bestimmte Gruppe von Süchtigen begrenztes Projekt“, sagt Wilfried Köhler, Suchtmediziner und leitender Prüfarzt in der Heroinambulanz.
4. Wird die Zahl der Patienten nicht zunehmen, wenn die Versorgung zur Regel wird?
Zumindest in Frankfurt soll die Obergrenze bei 150 Patienten bestehen bleiben.
5. Wann wird das Modellprojekt zur Regel?
“Wahrscheinlich erst im kommenden Jahr”, sagt Wulfila Walter vom Gesundheitsdezernat der Stadt Frankfurt. Einige Formalien wollen nämlich noch erledigt, etwa entsprechende Erlasse formuliert und die Zulassung von Diamorphin als Arzneimittel beschlossen werden.
6. Warum sprechen Gegner eigentlich von der Heroin- und Befürworter von der Diamorphinvergabe?
Aus psychologischen Gründen. Dass der Staat Heroin ausgibt, hört sich erstmal schlimm an. Diamorphin klingt da ganz einfach seriöser und medizinischer. Es ist aber auch der korrektere Ausdruck, denn Diamorphin ist der Wirkstoff des Heroins. Und genau dieser wird, synthetisch hergestellt, den Abhängigen verabreicht.
7. Was ist mit den Methadonprogrammen?
Die wird es weiterhin geben. In Frankfurt hat sich das Nebeneinander von Diamorphin- und Methadontherapie bewährt. Grundsätzlich wird Diamorphin erst verabreicht, wenn ein Abhängiger zweimal eine Methadontherapie abbrechen musste. Es hat sich aber gezeigt, dass einige der Heroinsüchtigen noch einmal einen Versuch mit Methadon wagen, um von der Droge doch noch ganz wegzukommen.
8. Ist das alles nicht sehr teuer?
Das ist es. Die Stadt Frankfurt kostet das Modellprojekt um die eineinhalb Millionen Euro im Jahr. Ohne den wissenschaftlichen Apparat, der zur empirischen Absicherung der Studie notwendig war, wird es wohl etwas günstiger. Die Stadt argumentiert, dies sei gut angelegtes Geld. Es rette nicht nur Menschenleben, es sorge auch für Sicherheit – denn ein Junkie gibt für seinen Stoff wenigstens 1000 Euro im Monat aus. Geld, dass er erst beschaffen muss.
9. Warum wurde die Vergabe erst jetzt beschlossen, wenn sie doch seit 2006 von den Experten empfohlen wird?
Weil die SPD bislang Koalitionräson zeigte. Man wollte die CDU nicht verprellen. Nun, im Jahr der Bundestagswahl, ist das nicht mehr so wichtig – die Kritik der Union fiel dennoch groß aus. Doch unter den Christdemokraten entschied sich eine Minderheit ebenfalls für den Antrag der anderen Bundestagsfraktionen zu stimmen, wie man am Ergebnis der namentlichen Abstimmung sieht. Der erste Antrag für eine staatliche Heroinvergabe wurde übrigens 1993 gestellt.
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Schlagworte: diamorphin·drogen·heroin

Nils Bremer hat Politikwissenschaft in Frankfurt und Amiens studiert, schrieb währenddessen für die Frankfurter Neue Presse, danach für die Welt Kompakt. Seit 2004 beim Journal Frankfurt.





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Michi Herl ist der Stadtgucker
Christoph Schröder war vor Gericht
Petra Spahn ist der Hausdrache
Herr P. fährt Bahn
kai // 30. 8. 2009, 19:51
könnt ihr vergessen das programm !
ihr habt die junkies vergessen ,die paar leute dir ihr
da unterbringen wollt ist lachhaft.
bin seit 20 jahren drauf und ziehe nur noch nase,drücken geht nicht mehr,also können wir gleich weiter unseren stoff von der strasse holen.
hier in kiel -gaarden ziehen die von der öffentliche scene alle nur nase.
danke politik und forschung,voll daneben.
mephisto // 30. 8. 2009, 22:18
@kai: das programm ist für schwerstabhängige gedacht – nach dem, was du schreibst, scheinst du dazu zu gehören. empfehlung: vom arzt feststellen lassen und dann ab ins programm, das es ja gott sei dank weiterhin gibt.
Daniel Rompf // 3. 10. 2009, 01:40
Ich bin 24 Jahre und seid 2000 Heroinabhängig. Ich war über 2 Jahre im Methadonprogramm wodurch alles noch schlimmer wurde. Von Anfang an beigebrauch und ich wurde sehe deprwssiv. Dann habe ich eine Therapie gemacht und bin danach sovort rückfällig geworden. Das Diamorphin ist für mich ein Lichtblick. An wen kann ich mich wenden um dort auffgenommen zu werden? Bitte um Rückantwort
Nils Bremer // 3. 10. 2009, 08:27
Probieren Sie es doch einmal beim Drogenreferat der Stadt Frankfurt:
http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3003&_ffmpar_id_inhalt=102233
kai // 1. 12. 2009, 15:55
@mephisto,danke für dein tipp hier gibts kein diaphinprogramm,bin jetzt schon
seit 10 jahren mit unterbrechung substituiert.codein,subutex,metha,pola alles der gleiche dreck-fühle mich total scheisse von dem zeug-meine ärzte wissen auch nicht weiter und wollen immer die dosis erhöhen-bringt aber nichts außer noch mehr nebenwirkungen.wenn ich mal ne nase h ziehe(1-2mal im monat) gehts mir blendend bin topfit,geh spazieren und fühle mich normal-mit den anderen scheiss ist das totale gegenteil-10jahre nur elendig drauf sein-nein danke-werde die schweine substi abrechen-das können die sich sonst wo hinstecken-sollen alle substituierten jeden monat mal streiken und 10 tage nicht zur vergabe kommen,dann geht den ärzten,apothekern die düse weil sie nichts mehr verdienen.
ich war in 8 verschiedenen substipraxen und überall sind die substituenten durch metha & co zum politoxikomanen geworden-zumindest voll alkoholiker-und fast jeder hat beikonsum,wer es nicht glaubt LOL !(wie zb meine drogenberater-diese gutgläubigen verdränger-hahaha)
mache doch mal ne umfrage bei den metha substituierten-die meisten hängen zwar auf der scene 90% weil sie sich genauso scheisse fühlen wie ich auch,aber vielleicht schauen hier ja mal ein paar vorbei.also liebe substikolleginnen/kollegen -wie fühlt ihr euch auf metha-pola ???? :) oder :(