
Im Sommer besetzte eine Gruppe von Umweltaktivisten den Kelsterbacher Wald. Der BUND zeige sich solidarisch – setze aber lieber auf den juristischen Weg, sagt Frau Martin.
Brigitte Martin, Vorstandssprecherin des BUND Hessen, über die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Kassel (VGH), Rodungen im Kelsterbacher Wald zu erlauben.
Journal Frankfurt: Frau Martin, der VGH hat den Eilantrag des BUND zurückgewiesen. Demnach darf die Fraport AG noch vor der Hauptentscheidung im Juni Teile des Kelsterbacher Walds für die neue Landebahn roden. Was werden Sie nun tun?
Brigitte Martin: Wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt. Und hoffen können wir nur noch auf die Eilentscheidung über den Antrag der Kommunen, die noch aussteht. Doch nach dieser Nachricht muss ich leider davon ausgehen, dass dort kein anderes Ergebnis zu erwarten ist. Dann können 90 Hektar Wald gerodet werden, was etwa ein Drittel der Gesamtfläche entspricht, die für die neue Landebahn fallen werden. Sollte in der Hauptsache im Juni gegen Fraport entschieden werden, dann müsste diese Fläche wieder aufgeforstet werden, was natürlich schwierig werden dürfte.
Aber davon gehen Sie nicht aus?
Warten wir es ab. Anders als gegen die Eilentscheidungen ist gegen das Verfahren im Sommer eine Revision möglich. Man muss aber auch sagen, dass durch den bisherigen juristischen Druck schon einiges erreicht worden ist. Die Fraport hat erheblich nachgelegt, was zusätzliche Auflagen betrifft. Das ist unter anderem auch dem BUND zu verdanken.
Der Kelsterbacher Wald ist seit dem Sommer von Umweltaktivisten besetzt. Zeigen Sie sich mit denen eigentlich solidarisch?
In der Sache natürlich. Es wird uns zwar manchesmal vorgeworfen, nicht selbst im Wald aktiv zu sein, doch ich denke, jeder muss die Protestform finden, die ihm liegt. Meterdicke Aktenberge zu studieren und im Wald kampieren – das funktioniert nicht. Wir wollen es weiter auf der juristischen Ebene versuchen – auch weil, wie ich schon sagte, dort bereits viel erreicht werden konnte.
Bald sind Landtagswahlen …
… ach, wissen Sie: am Liebsten würde ich den vier SPD-Politikern, die die Koalition verhindert haben, ein Foto der gefällten Bäume schicken – seht, was Ihr erreicht habt.
An eine linke Mehrheit im Landtag glauben Sie also nicht mehr?
Roland Koch profitiert von den Nichtwählern. Unser Ziel ist es deshalb, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, überhaupt wählen zu gehen. Darauf zielt auch unsere derzeitige Kampagne.
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Schlagworte: bund·Flughafen·kelsterbacher wald·vgh

Nils Bremer hat Politikwissenschaft in Frankfurt und Amiens studiert, schrieb währenddessen für die Frankfurter Neue Presse, danach für die Welt Kompakt. Seit 2004 beim Journal Frankfurt.





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