
Lisa Gnadl von der SPD sagte den Besetzern, man habe die gleichen Ziele. Die wollten sich aber nicht abwimmeln lassen.
Nachdem Abgeordneter Jürgen Walter (SPD) vor einer Woche seine Unterstützung für Ypsilanti aus Gewissensgründen verweigerte, taten ihm dies heute Aktivisten gleich: 30 Studenten und Schüler besetzten friedlich das Wahlkreisbüro Walters in Friedberg. „Diese Besetzung ist unser Ausdruck der Wut und Enttäuschung über den skandalösen Entschluss der vier ‚SPD-Rebellen’ Roland Koch nicht abzuwählen“, sagt Dirk Reheis, Sprecher der Besetzer.
Reheis und seine Mitstreiter verlangen, die Wahlversprechen einzuhalten. Nicht nur die Beseitigung der Studiengebühren solle durch eine Verfassungsänderung wasserdicht gemacht werden, sondern auch die angestrebten Veränderungen im Schulsystem, etwa die Abschaffung des Zentralabiturs sowie des dreigliedrigen Schulsystems oder des „Turbo-Abiturs“. Die Mitarbeiter des Wahlbüros bemerkten anscheinend schnell, dass die Aktion friedlicher und konstruktiver Natur war. Abgeordnete Lisa Gnadl (Foto) nahm die Argumente der Aktivisten auf. Sie hätten die selben Ziele, aber es sei schwer, diese umzusetzen. Alle anderen Parteien wollten Neuwahlen. Wo ein Wille sei, sei auch ein Weg, und den könne man kämpferisch umsetzen, meint Gnadl. „Unter kämpferisch verstehe ich aber wirklich etwas anderes“, entgegnet Reheis.
Die Aktion schlägt Wellen und zahlreiche Hochschulen sowie die Frankfurter Asta der Goethe Universität erklären sich solidarisch. Dies bietet einen kleinen Vorgeschmack auf den deutschlandweiten Schulstreik am Mittwoch, an dem über 50 Städte beteiligt sein werden, darunter auch Frankfurt.
Foto: Harald Schröder
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Schlagworte: jürgen walter·SPD·studiengebühren






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